Nachhaltige Faktoren
Hier erfahren Sie mehr über Faktoren, die nachhaltiges textiles Material ausmachen.
Folgende drei stehen dabei im Zentrum:
Ökologische Faktoren
Qualitative Faktoren und Konsum
Soziale Faktoren
Hier erfahren Sie mehr über Faktoren, die nachhaltiges textiles Material ausmachen.
Folgende drei stehen dabei im Zentrum:
Ökologische Faktoren
Qualitative Faktoren und Konsum
Soziale Faktoren
Laut dieser Quelle ist es wichtig, dass wasserintensiver Anbau von Rohstoffen für Textilien zu vermeiden ist, ebenso wie die häufige Düngung und das Verwenden von Pestiziden. Baumwoll-Monokulturen sind nicht ökologisch, da sie viel CO2 freisetzen. (comforttrading, 2021)
Zusätze, die einen Schaden an Menschen und/oder der Umwelt bringen, sollen verboten werden. Hier werden Prozesse wie Bleichen und der Einsatz von Schwermetallen gemeint. Überdies soll auch die Entsorgung des Abwassers geregelt sein. (Stuber 2019, 161)
Die heutige Zeit ist sehr schnell und kurzlebig was Mode anbelangt. Es gilt nicht nur die vier Jahreszeiten zu beachten, sondern immer mehr «Zwischen-Saisons» (auf Englisch «Mid-Season»). Trends kommen und gehen fast schon im Wochentempo. Dies beobachte ich in grossen Modeketten wie Zara und H&M, immer wieder präsentiert sich etwas Neues die Schaufenstern. Mid-Season-Sales locken an, um immer wieder sein Geld in den Modehäusern liegen zu lassen, es ist ja ein «Schnäppchen», macht dem Portemonnaie also gar nicht gross weh. Mode und modisch sein ist schon länger nicht mehr der oberen sozialen Schicht vorbehalten. Mode steht mittlerweile für jeden in grossen Mengen zur Verfügung.
Die Qualität der Kleidung leidet unter diesem Quantitäts- und Billig-Modus. Kleider werden nur noch selten so getragen, bis sie nicht mehr zu tragen sind, sprich kaputt. Dies, und der Faktor der schnell wechselnden Mode-Trends, führt dazu, dass viel Kleidung in der Altkleidersammlung landet, obwohl sie noch intakt ist. Frau Flavia Zumbrunn (meine Betreuungsperson) macht hierbei noch eine Ergänzung, dass die Qualität der Kleidung seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts stetig abgenommen hätte. Am Beispiel der Jeans wäre zu erkennen, dass der Einsatz von Elasthan die Langlebigkeit dieses ansonsten robusten Kleidungsstückes sehr verschlechtert hätte. Ausserdem verschlechtere sich die Qualität der Baumwolle selbst (kurze Stapellänge), um Artikel kostengünstig anzubieten.
Gegen den exzessiven Kleiderkonsum soll bewusstes Einkaufen helfen. Jeder und jede soll sich vor dem Kauf fragen: «Brauche ich das wirklich? Habe ich nicht schon etwas Ähnliches bei mir im Schrank? Kann ich das mit den Sachen in meinem Kleiderschrank kombinieren?» Ausserdem sollte Kleidung mehr wertgeschätzt und mit ihr sorgfältiger umgegangen werden. Heisst also, dass der enorme Produktionsweg dahinter gesehen werden soll (Anbau des Rohstoffes, Verarbeitung zu Stoff, Entwerfen von Kleidung, Produktion zu einem Kleidungsstück, Lieferung in das Verkaufsland) (Stuber 2018, 347).
Dieses Verhalten mit der Mode ist auch in den TTG-Alltag zu übertragen. Anstatt «einfach mal Material kaufen», sollte vorher genau überlegt werden, für welche Projekte man wieviel braucht und welches Material sich dafür eignet. So ist die Suffizienz und Konsistenz beim Konsum von Schulmaterialien als Lehrperson nicht zu vergessen.
Ein Beispiel, wieso bei Nachhaltigkeit die sozialen Faktoren nicht vergessen gehen dürfen, erläutert Nachstehendes aus dem Buch «Buy Good Stuff» im Kapitel «Wieso Bio-Baumwolle kaufen?»:
Jährlich begehen um die 200’000 Baumwoll-Kleinbauern in Indien, wo viel Baumwolle angepflanzt wird, Selbstmord. Der Grund dafür scheint zuerst unglaubwürdig; unbezahlbare Schulden. Dies ist ein komplexes Thema, das ich versuche, kurz zu umfassen. Grosskonzerne geben Geld an den indischen Staat, wodurch Importzölle heruntergefahren werden. Dadurch ist die Konkurrenz mit den reichen Landwirten in den USA und Europa für indische so gross, dass sie nicht mithalten können. Sie versuchen, ihr Land so günstig wie möglich zu bewirten und setzen dazu viele Pestizide und/oder genmodifiziertes Saatgut ein. Dieses modifizierte Saatgut wurde von einem grossen Konzern zuerst als die Lösung für die Inder beworben, was sich schlussendlich als fehlerhaft herausstellte. (Speis 2019, 40-41)
Anhand dieses Beispiels ist zu erkennen, dass auch für ein Grund-Einkommen der LandwirtInnen und ArbeiterInnen gesorgt werden muss. Es sind nicht nur ökologische und qualitative Faktoren ausschlaggebend für textile Nachhaltigkeit.
Ebenfalls soll es keine Kinderarbeit geben, die Löhne sollen die Existenz sichern und die Sicherheit der Arbeiter/-innen in den Fabriken muss gewährleistet werden. (Stuber 2019, 161)